White Tantra – weisses Tantra in Hamburg

Im Rahmen meines zweiten Kundalini Yoga Teacher Trainings besuchte ich einen White Tantra Workshop. Diese Workshops werden von der internationalen Organisation White Tantric Yoga durchgeführt und finden weltweit statt. So auch alle 2 Jahre in Hamburg.

Da Hamburg eine Lieblingsstadt von meinem Freund und mir ist, hat er sich spontan entschieden, den Trip mitzumachen (allerdings ohne White Tantra!) und wir haben zwei Tage an den Event drangehängt – einen vorne, zum Ankommen, einen hinten, zum Nachklingen lassen.

Heute, zwei Tage später, verspüre Lust, meine Erlebnisse vom White Tantra zu beschreiben.

Aber zuerst mal:

Was ist White Tantra?

White Tantra ist eine Meditationsform aus dem Kundalini Yoga nach Yoga Bhajan (1929-2004), der Kundalini Yoga 1969 in den Westen gebracht hat. Meditiert wird in Paaren. Dabei kann man seine Partner*in entweder mitbringen oder sich vor Ort mit jemanden zusammen tun. Bei mir war dies meine Teacher Training Kollegin Lina aus Berlin. Für das erste Mal hat sich das irgendwie angenehmer angefühlt mit jemandem, den man kennt. Und wahrscheinlich wäre mir das auch für ein nächstes Mal lieber!

Ein besonderes Merkmal des White Tantra ist, dass man seiner Partner*in während den Meditationseinheiten (diese dauern entweder 31 oder 62 Minuten) durchgehend in die Augen sieht.

Das ist intensiv, manchmal anstrengend und gleichzeitig schön. 

Dabei lässt sich wunderbar aufräumen. Der Kopf. Und vor allem das Unterbewusstsein.

Die offizielle White Tantric Seite beschreibt dies in etwa so:

Stelle dir die Energie des Universums sowohl horizontal als auch vertikal vor, wie einen gewobenen Stoff. Ebenso wie der Stoff stärker wird, wenn er diagonal auseinandergezogen wird, wird auch die tantrische Energie bzw. Z-Energie stärker und durchdringt Blockaden im Unterbewusstsein.

White Tantra

Meditationen White Tantra

Am Meditationstag in Hamburg haben wir 6 Sets gemacht, 4 à 62 Minuten, 2 à 31 Minuten. Dazwischen gab es längere Pausen, gut für einen Snack, zum Ausruhen oder einen Toilettengang ;)

Jede Einheit bestand aus einem Mantra sowie einem Mudra (Handposition). In langen Reihen sassen sich die Paare mit gekreuzten Beinen (oder so, wie man eben im Laufe des Tages noch sitzen konnte!) gegenüber. Waren die Erklärungen abgeschlossen und die Position eingenommen, ging es los. Und man wusste: Diese Position und den Augenfokus galt es jetzt bis zu 62 Minuten zu halten. 

Die Mantren wurden entweder ab Band abgespielt zum Zuhören – das ging dann unter «Silent Meditation», weil man selber still war – oder zum Mitsingen. Wie du dir vorstellen kannst, ist es einfacher, den Geist wachzuhalten und zu zügeln, wenn man selber mitsingt. Bei einer Einheit sangen wir das Mantra «à capella». Ganz schön herausfordernd, den Rhythmus zu halten. Ohne rauszufallen. Ohne aufzugeben. Aber Lina und ich waren ein starkes Team und haben voll durchgezogen.

Witziges Detail dieses Sets: Als White Tantra-Leiterin Sat Simran Kaur, ankündigte, dass die letzten 30 Sekunden angebrochen waren, ging ein Energieschub durch den mit 400 Teilnehmenden gefüllten Raum und die Lautstärke verdoppelte sich euphorisch. Was für ein Erlebnis!

Weisse Kleidung & Turban

Traditionell ist man beim Kundalini Yoga weiss gekleidet. Weiss steht für Reinheit und soll die Aura vergrössern. In einer "normalen" Klasse ist dies jedoch überhaupt kein Muss. Auch das Tragen einer Kopfbedeckung nicht. 

Beim White Tantra jedoch wird beides verlangt. Und ich muss sagen: So ein Raum voller weiss angezogener Leute, das hat irgendwie was. Eine gewisse Eleganz. Ich fand es jedenfalls schön. Kurzfristig hatte ich mir auch noch einen weissen Schal gekauft und mir damit einen Turban (oder sowas ähnliches) gebunden. Die Kopfbedeckung soll bei der Konzentration helfen und die Energien schützen. Vor allem letzteres habe ich extrem gemerkt – ich habe mich sehr beschützt gefühlt mit meinem eingewickelten Kopf. Wichtig ist dabei, dass wirklich alles abgedeckt ist, insbesondere auch die Kopfkrone bzw. der Scheitel. 

Disziplin, Durchhaltevermögen. Und Vertrauen.

Was wir beim Yoga und der Meditation lernen, können wir natürlich auch im Alltag anwenden. Und was ich von der White Tantra-Erfahrung auf jeden Fall mitnehme:

Immer wieder geht es im Leben um den Mix aus Tun und Empfangen. Disziplin, Aktivität und Durchhaltevermögen sind notwendig, um vorwärts zu kommen. Und gleichzeitig ist es entscheidend, zu vertrauen, sich hinzugeben und auch einfach mal abzuwarten. 

Die Dinge entwickeln sich ja meist schon so, wie es eben richtig ist. Vielleicht nicht immer auf kurze, aber auf lange Sicht. Und die lange Sicht, das ist diejenige, mit der wir etwas erschaffen können, die uns kraftvoll auf grosse Ziele zugehen lässt, in der wir Power und Glauben entwickeln und aufrecht erhalten können.

Würde ich es wieder tun, dieses White Tantra? :) Ja, auf jeden Fall. Aber erst lasse ich das Ganze noch etwas wirken.

Zum Schluss ein riesengrosses Dankeschön an die ganze Truppe aus meinem Teacher Training (wir waren insgesamt sicher 10 Leute), es war super, diesen Tag mit euch zu erleben.

Lasst uns weiter meditieren. Wachsen. Und Spass haben.

Sandra

Movement of Loveletter

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